Die angespannte Situation des italienischen Mutterhauses Unicredit geht nach Einschätzung deutscher Firmenkunden auch an der Münchener Hypovereinsbank (HVB) nicht spurlos vorbei. Das ist das Ergebnis einer anonymen Online-Umfrage des Fachmagazins „FINANCE“, an der sich im Februar dieses Jahres 119 Finanzentscheider (CFOs, Leiter Finanzen und Treasurer) aus dem gehobenen Mittelstand und aus Konzernen beteiligt haben. Rund 82 Prozent der Befragten sind derzeit Kunden der HVB beziehungsweise der Unicredit.

Die kürzlich angekündigte Sonderdividende über 3 Milliarden Euro, die die HVB an die Mutter Unicredit zahlen muss, bewerten 56 Prozent der Umfrageteilnehmer als negativ, 40 Prozent sehen die Dividende neutral. Die angespannte finanzielle Situation der Mutter färbt nach Einschätzung der Befragten teilweise auch auf die HVB ab: Der Aussage, dass die Situation der Unicredit keine negativen Auswirkungen auf die deutsche HVB habe, widersprechen 71 Prozent der Teilnehmer. Zu der Frage, ob das Maßnahmenpaket aus Beteiligungsverkäufen, Kapitalmaßnahmen und Jobabbau ausreiche, um die Unicredit zu stabilisieren, trauen sich drei Viertel der Befragten derzeit keine Beurteilung zu.

Die Hierarchie der Top-Banken im Firmenkundengeschäft hat sich im Vergleich zu einer Befragung mit Schwerpunkt auf der Commerzbank vor einem Jahr kaum verändert. An der Spitze liegen nach wie vor die Commerzbank, die von 79 Prozent der Befragten als eine der Top-3-Banken im deutschen Firmenkundengeschäft genannt wurde, sowie die Deutsche Bank (76 Prozent). Die HVB/Unicredit findet sich erneut auf dem dritten Rang wieder, allerdings mit Abstand zur Spitze: Sie zählt für knapp 45 Prozent der Befragten zu den Top-3-Banken.

Bei der Deutschen Bank, die in diesen Tagen eine Kapitalerhöhung angekündigt hat, sehen die Finanzentscheider im Vergleich mit Hypovereinsbank und Commerzbank den höchsten Restrukturierungsbedarf. Alle drei Häuser schneiden hinsichtlich ihrer Bemühungen zur Neuaufstellung in der Umfrage aber allenfalls durchschnittlich ab.

Eine ausführliche Auswertung der Umfrage und ergänzende Einschätzungen aus Interviews mit Finanzentscheidern lesen Sie in der Titelgeschichte der „FINANCE“-Ausgabe März/April 2017, die am Freitag, den 10. März, erscheint und auch als E-Paper unter www.finance-magazin.de/magazin erhältlich ist.


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